Academy Awards von der Praxis geleitet

„Bereitschaft, für eine gute, zukunftsorientierte Ausbildung unserer Kinder die Verantwortung und die Kosten zu übernehmen“ - so der Hintergrund der Academy Awards, mit denen die Treuhand Group bereits zum vierten Mal die besten Endarbeiten der ostbelgischen Sekundarschüler honorierte.



Der 4. Academy Award 2008:
> Die Begrüßung (Dr. Daniel Weinbrenner - thg)
> Die Idee
> Die Jury und ihre Bewertungsregeln
> Die Preisträger
> Die Bildergalerie: zum downloaden
> Pressestimmen (Grenz-Echo, 30. Juni 2008)


Der Termin hat mittlerweile seinen festen Platz
in der Unternehmens- und Schulagenda… Jeweils kurz vor dem Start in die Ferien lädt die Treuhand Group thg zur Verleihung der Preise für die Abiturienten, die mit ihren Exposés zu vielschichtigen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag die kritische Jury überzeugen konnten.


Motivation & Modus

In diesem Jahr waren es sechs Sekundarschulen, die ihre Absolventen für eine Teilnahme an Wettbewerb der Academy Awards motivieren konnten. Wieso eigentlich nicht alle?!? Fakt ist jedenfalls, dass es sich für die beteiligten Schülerinnen und Schüler lohnt. Und dies keineswegs allein wegen der attraktiven Preise. Nein, regelmäßige Echos von den vorherigen Ausgaben zeigen, dass die Abiturienten, die sich mit ihren Endarbeiten auch einem außerschulischen Wettbewerb und Vergleich gestellt haben, besonders aus der Präsentation ihres Thema wertvolle Impulse für das Weiterstudium oder für den Berufseinstieg gezogen haben.
 
Der Modus ist seit der Premiere im Jahre 2005 unverändert. Pro Schule können drei Absolventen ihre Endarbeit einreichen und schriftlich wie mündlich vor einer Jury verteidigen. Eine „Übung“, die schon mit einigem Stress verbunden sein dürften, letztlich aber von den Jugendlichen allseits zufriedenstellend gemeistert wurde.


Freude & Förderung

Dass eine Gruppe wie thg in die Ausbildung „investiert“, muss gar nicht so selbstverständlich sein. Und dennoch: Ein Unternehmen, das nachdrückliche Akzente im Personalmanagement setzt und in der Zwischenzeit auch eine Interimsagentur betreibt, kann durchaus auch in Schulszene etwas bewirken. Gerade vor dem Hintergrund, dass die von thg in wirtschaftlichen und strukturellen Fragen begleiteten und betreuten Betriebe sich durchweg einer Herausforderung gegenüber sehen - der Suche nach gut ausgebildetem, bestens motivierten und möglichst flexiblem Personal.
 
Vor diesem Hintergrund will thg einen, so Daniel Weinbrenner, aus der Praxis heraus einen bescheidenen Impuls für eine solide Bildung geben, wohl wissend dass die Endarbeit letztlich nur eine kleine Facette aus der vielschichtigen schulischen Leistung darstellen kann. Zudem hat thg ein allgemeines Interesse an der Entwicklung von Menschen in unserer Region, „weil wir hier persönlich und wirtschaftlich stark verwurzelt sind“. Damit aber keineswegs genug: Auch ein Grund für die Förderung motivierter und begabter Abiturienten ist „schlicht und einfach die Freude, junge Leute bei der Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Thema zu sehen“. Gerade auch da die Themenwahl überwiegend nichts oder zumindest nicht unmittelbar etwas mit dem Aspekt Wirtschaft zu tun haben.


Kriterien & Ziele

Erproben, bewähren, entwickeln - dergestalt drei Stichworte, die Daniel Weinbrenner in den Fokus seiner Ausführungen rückte. Vor allem gemäß eigenen Kriterien, auf die es seiner persönlichen Meinung nach besonders ankomme. Nachdenken… Wer nehme sich heute überhaupt noch die Zeit, konkret, schlüssig nachzudenken, sich nicht nur lose Gedanken zu machen, bei der Zeitungslektüre oder bei einer Fernsehsendung. Nein, sich einfach einmal Zeit zum Denken nehmen. Themen überdenken, Annahmen hinterfragen, Konsequenzen durchchecken, Zusammenhänge nachvollziehen… Nur auf solcher Grundlage des nachhaltigen Denkens ließen sich Sachverhalte richtig verstehen, statt sie vielfach nur schematisch wiederzugeben.
 
Zu einer „verwaisten“ Tugend respektive Qualität sei auch die Beharrlichkeit geworden. Wer gebe sich denn heute, in Momenten ständigen Wandels, noch die Zeit, ein Ziel beharrlich zu verfolgen. Dabei sei es nun mal Fakt, dass der Abschluss eines Studiums, die Umstrukturierung eines Unternehmens oder die Umsetzung einer bestimmten Bildungspolitik nicht von heute auf morgen abzuspulen sei, sondern mitunter lange dauern könne.
 
Und dann wäre da noch die Zuverlässigkeit. Es sei immer aufs Neue wohltuend, Menschen zu begegnen, bei denen ein Wort noch ein Wort sei. Menschen aber auch, die diesen Worten konkrete Taten folgen ließen. Zuverlässigkeit respektive Verbindlichkeit werde zunehmend zu einem Manko unserer Gesellschaft, legte Daniel Weinbrenner den Finger in eine eiternde Wunde. Weshalb sich jemand, auf den Verlass sei, sich sichtbar, positiv von anderen abhebe.


Bandbreite & Aktualität

Erstaunlich war auch wieder die Themenvielfalt, die die Jugendlichen präsentierten. Vertreten waren etwa einige spannende zeitgeschichtliche Ansätze, so ein Exposé über den Nahostkonflikt oder eine Zeitskizze zur RAF („Vom Protest zum Terror“). Oder auch das sensible Stichwort Imperialismus, nachgezeichnet anhand der Kolonialisierung des Kongo respektive im Vergleich mit der Außenpolitik in der Antike. Nicht weniger interessant war die tiefschürfende Analyse der Theateraufführung „Das Gericht“ („The Fear Of Marx“).
 
Die Bandbreite dokumentierten auch Aspekte wie mentales Training im Sport, tibetischer Buddhismus oder Tsunami („Einmaliges Ereignis oder konstante Bedrohung?“), verwaiste Krankheiten oder Peak Oil (vor dem Hintergrund schrumpfender und verteuerten Erdölvorkommen). Gesellschaftliche Herausforderungen aufgegriffen in so packenden thematischen Auseinandersetzungen wie die Rechte und Pflichten der Frau im Islam, die Palliativpflege in der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder das belgische Jugendschutzgesetz.


Schlüssel & Kompetenz

Partner der Academy Awards ist unmittelbar auch die Deutschsprachige Gemeinschaft, die bei der jüngsten Preisverleihung wiederum durch Minister Oliver Paasch vertreten war. Dass wir mit der Gesetzgebungskompetenz im Unterrichtswesen einen Schlüssel in der Hand halten, den die Politik möglichst professionell und zielorientiert einsetzen sollte, ist nicht zu leugnen.
 
Und dass gerade das Unterrichtswesen in den vergangenen Jahren materiell, personell und finanziell bedeutende Einschnitte erfahren hat, dürfte sich mittlerweile auch außerhalb schulischer Kreise herumgesprochen haben. Jedenfalls wurden noch in keiner Legislatur so viel Zeit, Energie und Geld in die strukturellen wie inhaltlichen Verbesserungen der Ausbildung investiert. Ein Prozess, der aber noch keinesfalls abgeschlossen ist, sondern im Grunde aktuell nur die Weichen stellt, um der Jugend in Ostbelgien mittel- und langfristig den Weg zu ebnen, im internationalen Vergleich bestens bestehen zu können.


Impulse & Investitionen

Eine Herausforderung, die mit Sicherheit nicht so einfach zu stemmen ist, wie gerade auch der Minister mit Blick auf die ständigen Erfahrungen und den regen Austausch vor Ort eingesteht, dank ebenso gezielter wie kontinuierlicher Impulse aber ohne Zweifel in absehbarer Zeit Ostbelgien ausbildungsmäßig weiter entscheidend nach vorne bringt.
 
Genannt seien in diesem Kontext aus dem Munde von Oliver Paasch nur einige konkrete und weitreichende Ansätze, wie die per Regierungsbeschluss festgeschriebenen Mittel in Höhe von 120 Millionen Euro in die Infrastruktur und Ausstattung der Schulen oder die Budgeterhöhung von achtzehn Prozent zur Behebung weiter offenkundiger und vor allem auch akuter oder kurzfristiger pädagogischer Mängel. Wichtige Betätigungsfelder sind dabei, ungeachtet der durchaus ansehnlichen Ergebnisse bei den jüngsten PISA-Studien, die Lesekompetenz, die Mehrsprachigkeit und die Naturwissenschaften. Anstrengungen, die auch weit über die aktuelle Legislatur (bis Juni 2009) angelegt seien und für die das Parlament die Rahmenbedingungen definiert habe.


Forschung & Markt

Dass das Bildungswesen in Ostbelgien aber keineswegs „am Stock geht“, unterstrich der Gastredner des Abends. Dr. Christoph Köller aus Köln referierte zum aktuellen Themenkomplex „Zukunftstechnologien - von der Forschung zum Markt“, breitete dabei seine Erfahrungen aus in Sachen Investitionsmanagement in Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Vor allem zeigt der freiberufliche Wissenschaftler auf, „was machbar ist, ohne es zu bewerten“. Der Mensch im Mittelpunkt, so die wichtigste Prämisse in seinen Überlegungen und Strategien. Konkret: Trends und Visionen, ganz gleich ob der Erforschung im Labor oder bei der Positionierung auf dem Markt, drehten „rund um den Menschen“, bezogen auf ihren Nutzen für den Alltag, so in den Bereichen Haus, Wohnen, Auto, Verkehr, Kommunikation…

Seine Erkenntnisse, die gerade auch für die Abiturienten zu einer Richtschnur werden sollten, lesen sich wie folgt: „Innovationen werden unweigerlich zu Zukunftstechnologien, die unser künftiges Leben in irgendeiner Form beeinflussen und orientieren.“ Ein Tatbestand, dem aber eine Wechselwirkung zugrunde liegt. Es sei nämlich nicht zu leugnen, dass unser künftiges Leben gleichfalls die Innovationen beeinflusse. Mit der erfreulichen Folge, dass „jeder die Chance hat, die Entwicklungen unserer Zeit aktiv mitzugestalten.“


Sinn & Zweck

Zur fünften Auflage im Juni 2009 bleibt von Unternehmensseite vor allem eine Motivation - „die Abiturienten erneut zu ermutigen, interessante Arbeiten zu nominieren, um sich auf diese Weise vor einer unabhängigen Jury zu präsentieren und zu erproben“, wie Daniel Weinbrenner abschließend unterstrich.
 
Nur muss die thg feststellen, dass es weiterhin nicht ganz einfach ist, bei allen Schulen das Interesse an den Academy Awards zu wecken und zu fördern. Ohne dass Daniel Weinbrenner die Gründe für diese Zurückhaltung bekannt seien. Da sich die Unternehmensgruppe aber Beharrlichkeit auf ihre Fahnen geschrieben habe, stelle er sich gerade mit Blick auf das kleine Jubiläum im nächsten Jahr der Herausforderung, weiter engagierte Überzeugungsarbeit zu leisten. Vielleicht auch mit  willkommener Unterstützung des Ministers, der die Philosophie und den Nutzen der Awards vielleicht auch noch entschlossener in die Schulen tragen könne.


Rückblick:

> 1. Academy Award 2005
> 2. Academy Award 2006
> 3. Academy Award 2007